WENN TAUBHEIT ZUM ALLTAG WIRD
Gewohnheit, Anpassung und das leise Verschwinden von Nähe
Band 2 der vierteiligen Serie “ZWISCHEN DEN JAHREN”
Ein Mann und eine Frau stehen am Pool. Ein Glas in der Hand, ein Lächeln im Gesicht. Im Hintergrund fällt jemand ins Wasser.
Ein kurzer Moment. Dann läuft alles weiter. Nichts wirkt aus dem Gleichgewicht. Und genau das ist der Punkt.
Der Joint am Abend. Das Glas Wein zum Runterkommen. Zucker, Ablenkung, Arbeit, Unterhaltung. Kleine Dinge, die Genuss bringen, Spannungen lösen oder einfach eine Pause von allem anderen ermöglichen. Nichts davon muss wie ein Problem aussehen.
WENN TAUBHEIT ZUM ALLTAG WIRD handelt davon, was geschieht, wenn Wiederholung langsam die Entscheidung ersetzt. Wenn aus etwas, das wir einmal bewusst getan haben, etwas wird, das wir einfach tun – und irgendwann kaum noch wahrnehmen.
Dabei geht es weniger um die einzelne Substanz als um das, was darunter liegt: Stress und Druck, Vergleich und Ehrgeiz, Genuss und Wiederholung, Gewohnheit und Anpassung, innere Unruhe und die ständige Verfügbarkeit von etwas, das uns für eine Weile weniger fühlen lässt.
Denn Taubheit sieht nicht immer nach Flucht aus. Manchmal sieht sie erstaunlich nach einem ganz normalen Abend aus.
WENN TAUBHEIT ZUM ALLTAG WIRD richtet sich an Menschen, die spüren, dass etwas im Alltag still und unbemerkt selbstverständlich geworden ist – obwohl von außen weiterhin alles vollkommen normal aussieht.
Es geht darum, warum Gewohnheiten durch Wiederholung stärker werden, weshalb unmittelbare Entlastung so attraktiv ist und wie Stress, gesellschaftliche Erwartungen und ständige Reize dazu führen können, dass bestimmte Verhaltensweisen immer weniger hinterfragt werden. Alkohol, Nikotin, Marihuana, Zucker und Ablenkung erscheinen in unterschiedlichen Formen, doch dahinter steht häufig dieselbe interessante Frage: Was suchen wir eigentlich, wenn wir danach greifen?
WENN TAUBHEIT ZUM ALLTAG WIRD ist kein Ratgeber, kein Therapieprogramm und keine Schritt-für-Schritt-Methode, um sämtliche schlechten Gewohnheiten aus dem Leben zu entfernen.
Das könnte ziemlich schnell zur nächsten Gewohnheit werden.
Stattdessen richtet das Buch einen ruhigen Blick auf Anpassung und Selbsttäuschung, emotionale Distanz und innere Unruhe, automatisches Verhalten und die Grenzen der Willenskraft – ohne daraus persönliches Versagen zu machen.
Ein Muster zu erkennen bedeutet nicht, es sofort verändern zu müssen. Aber sobald etwas sichtbar wird, lässt sich Gewohnheit etwas schwerer mit Entscheidung verwechseln.
WENN TAUBHEIT ZUM ALLTAG WIRD ist Band 2 der Reihe ZWISCHEN DEN JAHREN über die stillen Drogen des Alltags.
Bernhard Christoph Lichtinger schreibt aus gelebter Erfahrung – aus Brüchen, Umwegen, Neuanfängen und Begegnungen, die nicht erfunden werden müssen. Seine Texte entstehen dort, wo das echte Leben Spuren hinterlässt.
Wenn du noch keinen Band aus der Reihe „ZWISCHEN DEN JAHREN“ gelesen hast, kannst du mit einem der folgenden Bände beginnen. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.
Band 2: WENN TAUBHEIT ZUM ALLTAG WIRD